Profiling im Mittelstand – „Führungskräfte müssen sich trauen, ihre Leute denken zu lassen“

Diese etwas provokante These ist für Lars Vollmer, den Geschäftsführer der sbc soptim business consult GmbH, eine der Grundlagen der Personalpolitik in seinem Unternehmen. Entsprechend setzt er mehr auf Profiling als auf Stellenbeschreibungen und auf individuelles Coaching statt auf starre Seminare – und glaubt, dieses Modell kann vieles im Mittelstand bewegen. Das Profiling ist dabei nur ein Werkzeug innerhalb eines ganzen Systems, das Personal- und Organisationsentwicklung erst erfolgreich macht.

Für Lars Vollmer ist „eine Stellenbeschreibung einfach zu kurz, das ist ein Einstieg, ein erster Abriss, ein ‚das könnte Dich erwarten, wenn Du Dich bei uns bewirbst‘ “. Profiling geht darüber hinaus und beschreibt detailliert relevante Aspekte einer Rolle und des Tätigkeitsfeldes. Damit ist für Mitarbeiter und Vorgesetzte klar, was erwartet wird und was erfüllt werden soll.

Das funktioniert nur, wenn man sich als Entscheider im Mittelstand Gedanken um das unternehmerische Drumherum macht – also Strategie, Organisation und vor allem Standards in seinen Prozessen erkennt und formuliert.

Jedes Profiling beginnt mit Beschreibungen aus der Personalliteratur, die dann mit den eigenen Erfahrungswerten ergänzt werden. Zusammen ergeben diese dann das Profil der Rolle – eine auf das eigene Unternehmen angepasste Beschreibung mit klaren Inhalten und eben keine starren und weit auslegbaren Standardformulierungen.

Viele Mittelständler tun sich gerade in diesem Punkt schwer, meint Lars Vollmer: „Für mich ist das Geheimnis hinter solchen Dingen eigentlich ziemlich profan: Was jemand als Erfahrungswert im Bauch hat, muss er einfach mal aufschreiben und das Ergebnis dann mit anderen, für die das auch wichtig ist, abstimmen.“

Mit dem Profil werden Mitarbeitern und Vorgesetzten die Entwicklungsbereiche deutlich. Für allgemeinere Fertigkeiten bieten sich dann Trainings an, für spezielle und individuelle Kompetenzen eher Coaching. „Coaching ist ein wirksames Mittel, um persönliche Potenziale zugänglich zu machen oder Hindernisse zu reduzieren – besonders für Führungskräfte.“, so Jens Heidenreich vom Coaching Center Ruhr. Denn deren Anforderungen an soziale Kompetenzen und Führungsqualitäten lassen sich schwer in standardisierten Trainings herausbilden. „Aus dem Profiling lassen sich die Ziele für das Coaching gut ableiten und vereinbarte Ziele sind für die Prüfung des Erfolgs unabdingbar“.

Und oft muss in Folge des Profilings auch die Organisationsstruktur auf den Prüfstand. Passt diese Rolle noch in die Struktur? Was müssen wir ändern, damit wir die Fähigkeiten unserer Mitarbeiter für unser Geschäft nutzen können? Das setzt natürlich eine gewisse Bereitschaft der Führung eines Unternehmens voraus, auch ihre Organisation anzupassen und berührt damit auch die Unternehmensphilosophie, meint Teamcoach Michael Krause – und beinhaltet auch das Risiko, dass die Neubesetzung einer auf eine Spitzenkraft zugeschnittene Stelle möglicherweise schwierig wird oder wieder Änderungen in der Organisation zur Folge hat.

Der Nutzen für diesen Aufwand ist oft nicht unmittelbar in Euro und Cent messbar und damit für die meisten Unternehmer schwer kalkulierbar. Dabei liegen gerade in einer individuellen Förderung unglaubliche Chancen für das Unternehmen, weil von verlässlichen und hochqualifizierten Mitarbeitern Kreativität und neue Ideen ins Unternehmen kommen.

Lars Vollmer hält jedenfalls viel davon, dass Menschen, die gerne denken, das auch in ihrem Beruf tun, weil dann einfach die besten Ideen kommen. Das trauen sich aber viele Führungskräfte nicht, aus Angst, von ihren Mitarbeitern abgehängt und überholt zu werden – eine Angst, die in manchen Unternehmensstrukturen berechtigt ist.

Für Lars Vollmer von der sbc soptim business consult GmbH sieht das mittlerweile völlig anders aus: „Ich stelle mich als Geschäftsführer auf den Standpunkt, von dem, was ihr da macht, habe ich keine Ahnung, das interessiert mich auch nicht, ich mach das auch nicht. Macht ihr mal, ich sorge für ein störungsfreies Umfeld, damit ihr Euch auf Eure Projekte konzentrieren könnt.“

So schafft er ein Umfeld, in der hochqualifizierte Mitarbeiter höchstmögliche Förderung erfahren und das Investment in Personal durch Zufriedenheit bei den Kunden in barer Münze auszahlt.

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Michael Krause unterstützt als systemischer Coach einzelne Menschen oder Teams in Veränderungsprozessen. Außerdem arbeitet er seit einigen Jahren freiberuflich als Dozent mit Erfahrungen aus der Industrie, der Öffentlichkeitsarbeit, der Erwachsenenbildung, der Personalentwicklung und studiert Psychologie in Hagen.

Jens Heidenreich betreut als Coach im Coaching Center Ruhr schwerpunktmäßig Unternehmen, Führungskräfte und Spezialisten in der Entwicklung von relevanten Fähigkeiten, die Projekte passgenau funktionieren lassen. Dabei liegt der Focus auf dem Gelingen des zwischenmenschlichen Miteinanders und auf modernen Tools des Projektmanagements.

Das Coaching Center Ruhr bündelt in Essen Coaching Kompetenzen von Spezialisten. Ins Leben gerufen 2010 auf Initiative von Diplom-Kauffrau Claudia Hoboldt etabliert sich das CCR im Girardet Haus in Rüttenscheid zunehmend als Partner für Personalentwicklung im Revier.
www.coaching-center-ruhr.de

sbc soptim business consult GmbH: www.soptimbc.de

erstellt am: 09.01.2013 von: Jens Heidenreich.    Kategorie(n): Führung, Pressemitteilungen

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